Feldtagebuch – Männer allein im Wald

Aus dem Leben einer potentiellen Ein-Mann-Armee

Winterkampftraining – Scheiße! Festgefroren!

Mittwoch 17. Juni 2009 von Hainbuchenplatz

Hm, da war’s mal wieder soweit. Rein in die Fellstiefel, Pelzmütze auf und ab an den Nordpol zum Winterkampftraining. Nur den Kaffee, den hätte ich daheim lassen sollen. Verdammt auch! Kommt doch da so eine verpeilte Tiefflugmöve an und macht einen auf “Roter Baron” – das Mistvieh. Ich, geistesgegenwärtig, kann gerade noch den Kopf einziehen und was passiert? Na? Was? Ich schütte mir den Kaffee über die schönen weißen Fellstiefel!
Wie ich gerade noch dabei bin, der Tiefflugmöve nachzufluchen, war’s auch schon zu spät. Festgefroren! Bei minus 150 Grad! Und dann noch für ein halbes Jahr – ihr könnt euch nicht vorstellen wie kalt das ist. Und erst das Versorgungsproblem: mein Rucksack mit dem Proviant stand drei Meter weit weg. Was nun? Wie weiter? Gut, natürlich erstmal gar nicht.
Aber ich wäre ja keine potentielle Ein-Mann-Armee, wenn ich nicht wieselflink aus meinem Kugelschreiber ein Blasrohr gebastelt hätte. Schnee eingeschmolzen und in Kugelform gefrieren lassen – fertig ist das Jagdgerät. Nach ner Weile findet man auch raus, wann man reinpusten muß, damit einem die Möwen auch direkt vor die Füße fallen. Wird nur auf die Dauer ein Bisschen eintönig, nur rohes Möwenfleisch. Da sind die Eisbären echt ne willkommenen Abwechslung. Sind nur saugefährlich! Einmal zu spät gepustet und schon zersplittert man in Milliarden von kleinen Eissplittern, so eingefroren wie man bei minus 200 Grad ist. Ach ja, und am besten den Pusteschuß direkt zwischen die Augen setzten, dann fallen die Eisbären um wie ein – naja, Eisbär eben – auf jeden Fall sofort und ohne zu Murren, oder doch besser knurren? Egaal!
Vor ner Woche brach dann plötzlich ein russisches Atom-Uboot durch die Eisdecke. Hat, glaub, ich Roter Oktober gehießen. Die Jungs haben mich dann mit nem Schweißbrenner losgeeist und sogar bis direkt vor die Haustüre gefahren.
Seitdem wohn ich in meinem Zwei-Sterne-Gefrierfach. Mir läuft ja jetzt schon bei minus 5 Grad ein Wasserfall durch die Ritze! Is ja auch kein Wunder, wenn man minus 250 Grad gewohnt ist. Egaal! Ich bin ja jetzt wieder da!

An den Nachschub: Ihr Flaschen! Ab und zu mal nachschaun, ob ich schon wieder da bin! Verdammte Axt!

Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 17. Juni 2009 um 23:50 und abgelegt unter Das eigentliche Feldtagebuch. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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