Feldtagebuch – Männer allein im Wald

Aus dem Leben einer potentiellen Ein-Mann-Armee

Archiv für 2009

Kamingedanken

Donnerstag 25. Juni 2009 von Hainbuchenplatz

Holz … Feuer … Wärme …

Trockenes Birkenholz knackst, prasselt …

Flammen werfen zitternde Schatten …

Der sanfte Duft von gebratenem Fleisch.

An den Nachschub: Grill anschüren, ich hab Hunger. Und mauert mir endlich mal einen gescheiten Kamin!

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Neue Rüstungspläne gegen Mücken- und Falterinvasion

Mittwoch 24. Juni 2009 von Hainbuchenplatz

Nach einem Jahr Testphase hat die selbständig abgesetzte Einheit Heeres-Großkampfkater Herr Lehmann die in ihn gesetzten Erwartungen mehr als erfüllt. Daher plane ich kraft eigener Arroganz die Anschaffung einer weiteren vierbeinigen Spezialeinheit. Bereits ab dem kommenden Wochenende soll der Luftwaffen-Tiefkampfkater, Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher, Fürst von Wahlstatt, Lehmann bei der gezielten Bekämpfung der sommerlichen Mücken- und Falterplage unterstützen. Blücher wurde hierzu mit einem multiplen Erfassungsradar und hochauflösenden Katzenaugen ausgestattet. Mit der neuen Katzenohrvernetzungstechnik und durch die Übermittlung durch Ultraschallmiauen kann er Lehmann die Ziele zuweisen. Dieser wiederum, ausgestattet mit der neuen Flugabwehrkatzenkralle 2010, kann dann blitzschnell die feindlichen Flugobjekte ausschalten.
Die neuen Waffensysteme stellen keine Bedrohung für den internationalen Frieden dar und deren Anschaffung findet sogar internationalen Beifall, bedeuten diese umweltfreundlichen und biologisch voll abbaubaren Waffensysteme eine Reduzierung der chemischen Insektenbekämpfungsstoffe. Forscher erhoffen sich so eine drastische Senkung des CO2 Ausstoßes.
Jaja, wir machen, dass es wie Umweltschutz schmeckt!

An den Nachschub: schon mal die Leckerli rausholen und dann die Katerviecher auch mal richtig durchknödeln – aber bis sie schnurren, verdammt noch mal!

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Winterkampftraining – Scheiße! Festgefroren!

Mittwoch 17. Juni 2009 von Hainbuchenplatz

Hm, da war’s mal wieder soweit. Rein in die Fellstiefel, Pelzmütze auf und ab an den Nordpol zum Winterkampftraining. Nur den Kaffee, den hätte ich daheim lassen sollen. Verdammt auch! Kommt doch da so eine verpeilte Tiefflugmöve an und macht einen auf “Roter Baron” – das Mistvieh. Ich, geistesgegenwärtig, kann gerade noch den Kopf einziehen und was passiert? Na? Was? Ich schütte mir den Kaffee über die schönen weißen Fellstiefel!
Wie ich gerade noch dabei bin, der Tiefflugmöve nachzufluchen, war’s auch schon zu spät. Festgefroren! Bei minus 150 Grad! Und dann noch für ein halbes Jahr – ihr könnt euch nicht vorstellen wie kalt das ist. Und erst das Versorgungsproblem: mein Rucksack mit dem Proviant stand drei Meter weit weg. Was nun? Wie weiter? Gut, natürlich erstmal gar nicht.
Aber ich wäre ja keine potentielle Ein-Mann-Armee, wenn ich nicht wieselflink aus meinem Kugelschreiber ein Blasrohr gebastelt hätte. Schnee eingeschmolzen und in Kugelform gefrieren lassen – fertig ist das Jagdgerät. Nach ner Weile findet man auch raus, wann man reinpusten muß, damit einem die Möwen auch direkt vor die Füße fallen. Wird nur auf die Dauer ein Bisschen eintönig, nur rohes Möwenfleisch. Da sind die Eisbären echt ne willkommenen Abwechslung. Sind nur saugefährlich! Einmal zu spät gepustet und schon zersplittert man in Milliarden von kleinen Eissplittern, so eingefroren wie man bei minus 200 Grad ist. Ach ja, und am besten den Pusteschuß direkt zwischen die Augen setzten, dann fallen die Eisbären um wie ein – naja, Eisbär eben – auf jeden Fall sofort und ohne zu Murren, oder doch besser knurren? Egaal!
Vor ner Woche brach dann plötzlich ein russisches Atom-Uboot durch die Eisdecke. Hat, glaub, ich Roter Oktober gehießen. Die Jungs haben mich dann mit nem Schweißbrenner losgeeist und sogar bis direkt vor die Haustüre gefahren.
Seitdem wohn ich in meinem Zwei-Sterne-Gefrierfach. Mir läuft ja jetzt schon bei minus 5 Grad ein Wasserfall durch die Ritze! Is ja auch kein Wunder, wenn man minus 250 Grad gewohnt ist. Egaal! Ich bin ja jetzt wieder da!

An den Nachschub: Ihr Flaschen! Ab und zu mal nachschaun, ob ich schon wieder da bin! Verdammte Axt!

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